Das richtige Einsetzen von Koi

22.08.2019 10:00

Der Koi Teich ist fertig. Nun sollen die Lieblinge, die man sich ausgesucht hat, in ihr neues Zuhause einziehen. Doch so einfach ist das nicht. Viele Faktoren sollten hierbei berücksichtigt werden. Wir erklären wie Sie vorgehen sollten und erläutern einige Grundverhaltensregeln.

 

Der Kauf

Hier fängt alles an. Man hat sich einen Koi oder mehrere Koi ausgesucht und möchte diese im Idealfall sofort mit nach Hause nehmen, meistens ist dies auch möglich. Denn wenn der Teich angelegt ist, die Pumpe richtig läuft und die Wasserparameter ok sind, spricht nichts dagegen. Sollte dies nicht der Fall sein, können die Koi meistens noch beim Händler schwimmen bleiben (Koi ab 30cm), bis es dann ins neue Zuhause geht.

Vor dem Kauf sollten Sie ihre Wassertemperatur, Wasserparameter und auch das Verhalten, den Zustand ihres Besatzes kennen. Sollten Sie bereits auffällige Koi (scheuern, springen oder jucken) im Teich haben, dann sollten Sie zunächst ihren Bestand untersuchen lassen.

 

Transport

Ist der passende Koi gefunden, kann der Transport in den heimischen Teich auch schon losgehen. Die drei wichtigsten Faktoren, die über den Erfolg des Transports entscheiden sind der Sauerstoffgehalt, die Ammoniumkonzentration und der pH-Wert des Transportwassers. Um wenig Stress zu verursachen sollten die Koi immer in dem Wasser transportiert werden in dem sie auch zuvor geschwommen sind. Dies geschieht in großen Transportbeuteln mit ca. 1/3 Wasser und 2/3 technischem Sauerstoff. Hier kann der Koi problemlos mehrere Stunden transportiert werden. Also machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie eine längere Heimreise haben. Wichtig ist, dass bei längeren Fahrten gewährleistet wird, dass die Temperatur im Karton nicht zu sehr ansteigt. Unsere Koi aus Japan sind vom Züchter, zum Flughafen und nach dem Flug in unserer Anlage bis zu 30 Stunden und länger unterwegs. Lagern Sie den Beutel am besten in einem Umkarton (erhalten Sie bei uns zu Ihrem Koi kauf dazu) quer zur Fahrtrichtung, um Verletzungen bei starken Bremsvorgängen zu vermeiden. Weiter dient der Karton als Abdunklung und die Koi sind beruhigter und es wird weniger Stress verursacht.

 

Wasserparameter

Um sicher zu gehen, dass Ihr Teich auch die passenden Wasserwerte hat, können Sie gerne vorher eine Wasserprobe mit ins Koi-Center bringen. Sollten die Werte nicht in Ordnung sein, raten wir, den neuen Bestand noch nicht einzusetzen. Für solche Fälle, können die Koi (ab 30cm) noch bei uns weiterschwimmen. Wir empfehlen Ihnen dann auch, welche Maßnahmen Sie einleiten sollten, sodass ihre neuen Lieblinge schnellstmöglich in Ihren Teich eingesetzt werden können.

 

Einsetzen

Das Einsetzen von neuen Teichbewohner ist keine Hauruck-Aktion. Dies muss in mehreren Schritten passieren und man sollte sich hierbei Zeit lassen.

 

  1. Bei Temperatur unterschieden des Transportwassers und Teichwassers sollte der Beutel auf dem Teich (vor Sonneneinstrahlung schützen) oder in einer Wanne mit Teichwasser gelegt werden, sodass die Temperatur angeglichen wird.
  2. Öffnen Sie vorsichtig den Transportbeutel und lassen die Koi in eine Wanne (lebensmittelecht) ein. Mischen Sie mehrmals kleinere Mengen des Teichwassers hinzu um neben der Temperatur auch die andere Wasserparameter wie pH, KH, GH etc. anzugleichen.
  3. Nachdem Sie mehrmals Wasser hinzugegeben haben, können Sie den Neubesatz behutsam mit einem Umsetzschlauch oder mit der Hand in den Teich einsetzen. Besonders am Anfang beobachten Sie bitte die Koi sorgfältig, nicht selten springen diese oder bei höheren Temperaturen beginnen Koi mit dem Ablaichen.
  4. Kippen Sie das gemischte Wasser weg und bestmöglich nicht in den Teich.

 

Futter

So ein Umzug ist stressig, deshalb werden die Koi am ersten Tag sicherlich auch nicht fressen (Ausnahmen gibt es natürlich immer). Warten Sie die ersten Tage mit der Fütterung und beobachten das Verhalten der Koi (Alt- und Neubestand). Fangen Sie nach und nach an zu füttern. Behalten Sie zeitgleich ihre Wasserparameter im Auge, denn die Koi scheiden mehr Ammoniak in Stresssituationen aus als üblich. Dies kann zu höheren Schwankungen bei NH- und NO2 führen.



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